Fischereiverband Saar
Aus dem letzten Rundschreiben vom Fischereiverband Saar
Liebe Anglerinnen,
liebe Angler,
Im Zuge eines Fischmonitorings durch die Internationale Kommission zum Schutze von Mosel und Saar im Jahr 2004 sowie der Landesregierung in den Jahren 2009 und 2010 wurde bekannt, dass insbesondere die fettreichen Fische wie Aale und ältere Brassen mit Schadstoffen belastet sind und nicht verzehrt werden sollen. Die Landesregierung hat diese Untersuchungen unter aktiver Mitwirkung des Fischereiverbandes in diesem Jahr fortgesetzt, dabei die Zahl der untersuchten Fischarten erhöht und auch die Blies in die Unter¬suchungen mit einbezogen. Es haben sich dabei die PCB-Gemische (polychlorierte Dioxine, Furane und Biphenyle) als Problemsubstanzen herausgestellt, da diese bei einer entsprechenden Anreicherung im mensch¬lichen Organismus zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen können. Bei der Beurteilung des Gefährdungspotentials einer Substanz wurde nach den international anerkannten Vorgaben der WHO (Welt-gesundheitsorganisation) gearbeitet. Die Anwendung von PCB in offenen Systemen ist seit 1978 verboten; in den 80er Jahren wurde sie weiter eingeschränkt. Die höherchlorierten PCB wurden insbesondere als Isolier- und Kühlflüssigkeit in Transformatoren und die leichter abbaubaren niederchlorierten PCB (PCB 28 bis 101) als Hydraulikflüssigkeit unter anderem im Bergbau eingesetzt. 1984 wurde im Saarländischen Stein¬kohlebergbau der PCB-Einsatz verboten. In der Saar, Blies und Mosel werden aber auch heute noch PCB als „Altlast" nachgewiesen. Die generelle Entwicklung wird durch starke Schwankungen der PCB-Gehalte zwischen 2004 und 2008 beeinflusst, wobei die Entwicklung der Werte in der Saar zukünftig auf eine weitere Abnahme der höherchlorierten PCB schließen lassen.
Die Landesregierung und der Fischereiverband Saar sehen sich in der besonderen Verantwortung, Sie und Ihre Angehörigen sachlich zu informieren, damit Sie gesundheitliche Risiken eigenverantwortlich vermeiden und weiterhin den geangelten Fisch genießen können. In diesem Sinne weisen die Landesregierung und der Fischereiverband Saar auf Folgendes hin:
1. Unabhängig vom Alter des Fisches, sollten Aal, Barbe, Brasse und Döbel nicht verzehrt werden.
Auch vom Verzehr des Welses wird abgeraten, da die Belastung der untersuchten Welse mit Haut stets oberhalb, ohne Haut knapp unterhalb des WHO-Höchstwertes liegt.
2. Rotauge, Forelle, Schleie und Karpfen können bis zum Alter von 10 Jahren verzehrt werden.
Bei älteren Fischen sollte zumindest die Haut entfernt werden, da sich gezeigt hat, dass die Belastung bei Fischen ohne Haut teilweise deutlich unter der Belastung bei Fischen mit Haut liegt.
3. Hecht, Barsch und Zander können mit und ohne Haut verzehrt werden.